Schaum

Schaum
Schaum [ʃau̮m], der; -[e]s:
lockere, weiche, aus einer Vielzahl von luftgefüllten Bläschen bestehende Masse [die sich aus Flüssigkeiten bildet]:
der Schaum der Seifenlauge, des Bieres; Eiweiß zu Schaum schlagen; Haarfestiger wird fast nur noch in Form von Schaum verwendet; in die Fugen wird ein Schaum gesprüht.
Syn.: Gischt.
Zus.: Bierschaum, Meerschaum, Rasierschaum, Seifenschaum.

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Schaum 〈m. 1u
1. Gefüge aus gasgefüllten Bläschen (bes. Luftbläschen), die durch dünne Häutchen aus Flüssigkeit od. festem Stoff getrennt sind u. zugleich zusammengehalten werden (Bier\Schaum, Seifen\Schaum)
3. 〈sinnbildl.〉 Hohlheit, Nichtigkeit, trügerischer Schein
Träume sind Schäume 〈Sprichw.〉 sie gehen nicht in Erfüllung ● \Schaum schlagen 〈fig.〉 große Reden schwingen, angeben, durch prahlerisches Reden blenden ● dem Pferd flog der \Schaum vom Maul; \Schaum vor dem Mund haben (vor Zorn od. im epilept. Anfall); Eiweiß zu \Schaum schlagen; sein Glück, seine Hoffnung wurde zu \Schaum 〈fig.〉 löste sich auf, schwand dahin, verging [<ahd. scum, engl. scum <mndrl. scum(e) <germ. *skuma-; vermutlich zu idg. *(s)keu- „bedecken“ u. verwandt mit Schote, Haut, Schuh, Schauer2, Scheuer, Scheune]

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Schaum: Bez. für ein instabiles disperses System ( Dispersion), in dem ein großes Gasvolumen in einem kleinen Fl.-Volumen dispergiert ist, z. B. Seifenschaum. In festen Schäumen ( Schaumstoffe) besteht das Dispersionsmittel aus Feststoffen.

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Schaum , der; -[e]s, Schäume <Pl. selten> [mhd. schūm, ahd. scūm, viell. eigtl. = Bedeckendes u. verw. mit Scheune]:
1. aus einer Vielzahl von aneinanderhaftenden Bläschen bestehende, lockere Masse (die sich auf bzw. aus Flüssigkeiten bildet):
der S. fällt zusammen;
den S. von der kochenden Suppe abschöpfen;
die Feuerwehr spritzte S. auf die Landebahn (legte dort einen Schaumteppich);
unterhalb des Wehrs ist der Fluss mit S. bedeckt;
brennendes Benzin darf man nur mit S. löschen;
Eiweiß zu S. (Eischnee) schlagen;
S. schlagen (abwertend; prahlen; bezieht sich darauf, dass das Volumen einer Flüssigkeit, wenn man sie schaumig rührt od. schlägt, zwar größer wird, die Substanz aber dieselbe bleibt).
2. schaumiger Speichel; Geifer.
3. (dichter.) trügerischer Schein; Vergängliches, Unbeständiges.
4. (Technik) (für die verschiedensten Zwecke verwendbarer) fester Werkstoff von schaum- od. schwammartiger Struktur, der durch Schäumen (3) geeigneter Stoffe, bes. Kunststoffe, hergestellt wird (z. B. Schaumgummi, Styropor).

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Schaum,
 
thermodynamisch instabiles Zweiphasensystem, bei dem ein großes Gasvolumen in einem kleinen Flüssigkeitsvolumen fein verteilt ist. Die einzelnen Gasblasen sind durch Flüssigkeitsfilme (Lamellen) voneinander getrennt. Die Bildung und Stabilisierung von Schaum wird durch Tenside (Schäumer) ermöglicht, deren Moleküle sich so an den Oberflächen der Lamellen anordnen, dass die hydrophilen Gruppen in die Flüssigkeit und die hydrophoben Gruppen zur Gasphase ausgerichtet sind. Die Stabilität eines Schaums ist umso größer, je kleiner die Bläschen sind und je besser sie demzufolge die Form von Polyedern annehmen können. Schaum lässt sich erzeugen, indem ein Gas unter Anwendung hoher Scherkräfte in eine Flüssigkeit eingebracht wird. Ein Zweiphasensystem aus fein verteiltem Gas und Feststoff wird als fester Schaum bezeichnet (z. B. Bimsstein, Schaumstoffe). Antischaummittel.

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Schaum, der; -[e]s, Schäume <Pl. selten> [mhd. schūm, ahd. scūm, viell. eigtl. = Bedeckendes u. verw. mit ↑Scheune]: 1. aus einer Vielzahl von aneinander haftenden Bläschen bestehende, lockere Masse (die sich auf bzw. aus Flüssigkeiten bildet): der S. zergeht, fällt zusammen; S. am Deckel des Öleinfüllstutzens deutet auf einen Motorschaden hin; gebremster S. (Fachspr.; verringerte Schaumkraft); draußen die jagenden Schäume (Schaumkämme) des Meeres (Frisch, Cruz 62); das Waschmittel darf nicht zu viel S. entwickeln; aus Seifenlauge, Rasierseife S. schlagen; den S. von der kochenden Suppe abschöpfen; während ich mechanisch Bier in Gläser füllte, den S. abstrich ... (Härtling, Hubert 353); die Feuerwehr spritzte S. auf die Landebahn (legte dort einen Schaumteppich); Die Milch kocht. ... Ich ... ziehe ... den Topf vom Feuer und blase in den weißen S. (Bieler, Bonifaz 11); dann seifte er sich ein, bis sein Körper mit dickem flockigem S. bedeckt war (Ott, Haie 32); unterhalb des Wehrs ist der Fluss mit S. bedeckt; brennendes Benzin darf man nur mit S. löschen; Eiweiß zu S. (Eischnee) schlagen; Ü oder ob all mein Tun ... bloß leerer S. auf dem Meer, bloß sinnloses Spiel im Fluss des Geschehens war (Hesse, Steppenwolf 249); *S. schlagen (abwertend; prahlen; bezieht sich darauf, dass das Volumen einer Flüssigkeit, wenn man sie schaumig rührt od. schlägt, zwar größer wird, die Substanz aber dieselbe bleibt). 2. schaumiger Speichel; Geifer: S. stand vor seinem Munde (Hauptmann, Thiel 42); Schwarzer S. trat ihm auf die Lippen (Plievier, Stalingrad 341); S. flockt vom Maul seines Pferdes (Kaiser, Villa 30); Ü Vielerorts mit S. vor dem Mund (wütend, zornig) haben die Unternehmen der Heiztechnikbranche auf die aktuellen Angebote einiger Baumärkte reagiert (CCI 2, 1997, 4). 3. (dichter.) trügerischer Schein; Vergängliches, Unbeständiges: all sein Glück war nur leerer S. 4. (Technik) (für die verschiedensten Zwecke verwendbarer) fester Werkstoff von schaum- od. schwammartiger Struktur, der durch Schäumen (3) geeigneter Stoffe, bes. Kunststoffe, hergestellt wird (z. B. Schaumgummi, Styropor): bei der gemeinsamen Arbeit an der Entwicklung neuer Schäume und Vergussmassen aus PUR (Wochenpost 10. 9. 76, 8).

Universal-Lexikon. 2012.

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  • Schaum — schlagen: aufgeblasenes, angenehm klingendes Zeug reden, hinter dem nicht viel ist; vgl. französisch ›faire du baratin‹ (umgangssprachlich).{{ppd}}    Dazu gehört das Sprichwort ›Schaum schlagen ist keine Kunst‹. Die Russen sagen dafür: ›Das… …   Das Wörterbuch der Idiome

  • Schaum — Schaum: Das Substantiv mhd. schūm, ahd. scūm, niederl. schuim, schwed. skum gehört vielleicht im Sinne von »Bedeckendes« zu der unter ↑ Scheune behandelten Sippe. – Abl.: schäumen »Schaum bilden; in Schaum umwandeln; außer sich sein vor Wut«… …   Das Herkunftswörterbuch

  • Schaum — der; (e)s, Schäu·me; meist Sg; eine weiche und leichte Masse aus vielen kleinen Luftblasen, die sich manchmal an der Oberfläche einer Flüssigkeit bildet <Eiweiß zu Schaum schlagen>: der Schaum des Bieres, der Wellen || K : Schaumbad,… …   Langenscheidt Großwörterbuch Deutsch als Fremdsprache

  • Schaum — Sm std. (11. Jh.), mhd. schūm, schoum, ahd. scūm, mndd. schūm, mndl. sc(h)ume Stammwort. Herkunft unklar. Möglicherweise sind die romanischen Entsprechungen die Grundlage einer Entlehnung (it. schiuma, nfrz. écume < früh rom. * spluma < *… …   Etymologisches Wörterbuch der deutschen sprache

  • Schaum — Schaum, 1) eine Menge kleiner über einer Flüssigkeit befindlicher Luftblasen (s.d. 1); 2) Mischung von Eidotter od. Eiweiß u. Zucker, od. von aufgelöstem Gummi u. Hausenblase u. Zucker, welche durch anhaltendes Schlagen od. Quirlen viel Luft… …   Pierer's Universal-Lexikon

  • Schaum — Schaum, eine Ansammlung von Luftbläschen, die durch dünne Flüssigkeitshäutchen voneinander getrennt sind. Man kann S. erzeugen, wenn man durch eine etwas zähe Flüssigkeit Luftblasen aufsteigen läßt; die Luftblasen sammeln sich dann an der… …   Meyers Großes Konversations-Lexikon

  • Schaum — der; [e]s, Schäume …   Die deutsche Rechtschreibung

  • Schaum — Flüssiger Schaum Fester Schaum: Bimsstein (mattgrau im Vordergrund) Unter einem Schaum (von lat. spuma) versteht man gasförmige Bläschen, welche von festen oder flüssigen Wänden eingeschlossen sind …   Deutsch Wikipedia

  • Schaum — 1. Es ist nicht alles Schaum, was das Meer ausspült. – Altmann VI, 408. 2. Man muss den schaum vom silber wäschen, so wirds sauber. – Lehmann, 863, 13. 3. Man thu den Schaum vom Silber auss, so wird ein gut Gefess darauss. – Petri, II, 469. 4.… …   Deutsches Sprichwörter-Lexikon

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